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Resümee die zweite… Finanz- und Wirtschaftskrise

Was hats gebracht?

Was hat's gebracht?

Wo stehen wir?

Nachdem dem toten Finanzspekulationssystem von staatlicher Seite jede Menge frisch geschöpftes Geld (also Steuergelder, unser Geld) in den Rachen geworfen wurde, uns erzählt wurde, dies sei alternativlos, sonst würde alles zusammenbrechen (was für eine geniale Nebelkerze: “notleidende Banken”), die Bürger ihrer Autos enteignet wurden (durch bunte Plaketten), die Autoindustrie ein zweites mal mit der sogenannten Abwrackprämie gestützt wurde (auch wieder mit Steuergeldern), den großen Konzernen Kurzarbeit bezuschußt wurde (auch wieder mit Steuergeld), wollen wir doch mal sehen ob und was das alles gebracht hat. Und vor allem Wem. Die Presse ist natürlich voll des Lobes, ob der “umsichtigen, ausgewogenen” Hilfe. Ja, man ist sich nicht einmal zu schade den kommenden “Aufschwung” zu postulieren. “Wirtschaftsfachleute”, die von einer kommenden Krise bis zum Schluss nichts gewusst haben wollen, reden jetzt von Aufschwung? Ich frage mich langsam, was hier für ein Film läuft?

Wie gehts weiter?

Die Politik sieht enormen “Handlungsbedarf”. Wie äußert der sich? Zuallererst wurde uns ja erzählt, wer für diese Krise verantwortlich ist: nämlich einige gierige und gewissenlose Banker. Was für ein Schwachsinn (die nächste Nebelkerze). Das unser ganzes Wirtschaftssystem so aufgebaut ist, dass nur der skrupelloseste den größten Reibach (sprich Rendite) macht, dass wird natürlich verschwiegen. Dass würde nämlich an den Grundfesten unseres korrupten Systems rütteln. Zu Zeiten der Rot-Grünen-Regierung wurden die letzten Fesseln des Kapitalmarktes gekappt, die ohnehin schon spärlich praktizierte Kontrolle staatlicherseits. Also Weg frei für den Aufkauf des restlichen öffentlichen Eigentums zugunsten astronomischer Renditen. Jetzt stellt man plötzlich fest, so gehts aber nicht. Es wird eine Bankenaufsicht, genannt BaFin und ein Sonder-Font zur Finanzierung “notleidender Banken” (SoFFin) [1], installiert. Und wer sitzt in diesen Institutionen im Vorstand? Na? Dreimal dürft ihr raten: ein gewisser Herr Assmussen [2,3]. Dieser Mensch, der so schöne Sachen schreibt wie diese hier:

…Moderne Kapitalmarktgesetze helfen zudem den Banken, die ihr Geschäftsmodell allmählich auf ein aktives Management ihrer Portfolien umstellen. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung hat das Bundesfinanzministerium (BMF) in der Vergangenheit viele Initiativen ergriffen und an vielen Stellen den Kapitalmarkt modernisiert. Dabei war uns stets wichtig, dass sich auch der Markt für Asset Backed Securities (ABS) in Deutschland stärker als bislang entwickelt. Für andere EU-Mitgliedstaaten und für die europäischen Kapitalmärkte ist der ABS-Markt mit seiner Dynamik und Vielseitigkeit geradezu zu einem prägenden Element geworden. Allmählich scheinen aber auch in Deutschland die gemeinsamen Bemühungen der Politik und der Kreditwirtschaft die erwarteten Früchte zu tragen.

soll also die Banken “regulieren”. Na, prost.




Quellen:
[1] Heimseite von “Bankenaufsicht” und “Soffin”
[2] Ein erhellender Artikel zu Herrn Assmussen
[3] Den Bock zum Gärtner gemacht

Weiterführende Verweise
↑ GEAB N°40 ist angekommen! Frühjahr 2010: Was uns erwartet 1
↑ 2010 – Im Auge des Hurrikans Was uns erwartet 2
↑ Wohin der ganze Irrsinn geht, kann man hier nachvollziehen.


Die Dinge, die da kommen… update

Das, was unsere Systempresse konsequent ignoriert, nämlich, dass wir uns auf heiße Zeiten zu bewegen, habe ich in zwei Artikeln auf goldseiten.de ausführlich beschrieben gefunden (hier und hier). Aber glaube niemand, unsere Pressevertreter wüssten es nicht besser. Die Informationen, die ich mir beschaffen kann, können sie sich auch beschaffen. Nein, sie müssten nur eine Kehrtwendung in der Berichterstattung veranstalten, die sie aber aus naheliegenden Gründen ablehnen: man würde sie als Lakeien des Establishments erkennen. Stattdessen werden wir, wie sagte meine Oma immer so schön, verhohnepiepelt bis zum Schluss. Kurz ein Zitat aus einem der beiden Artikel:

Kurz ein Anschauungsbericht zum Thema Lügen anno 1929, vor dem großen Börsencrash. Ein Zeitungsartikel vom 16.11.1929 der “Neuen freien Presse”, Auszug: “Die optimistische Stimmung hält weiter an und in Wallstreet wird allerorts der Überzeugung Ausdruck gegeben, dass die schwere Börsenkrise definitiv überwunden sei und man nunmehr mit einer Hausseperiode rechnen könne”.

Und glaubt nicht, dass die Profiteure der gegenwärtigen Hausse (z.B. Goldman Sachs) nicht wüssten, was sie tun. Ganz im Gegenteil: sie sorgen nur dafür, dass es beim nächsten Absturz noch schlimmer kommt. Wir bewegen uns unaufhörlich auf den Abgrund zu, aber so lange die Flachbild-Fernseher erschwinglich sind, ist alles in Ordnung. Ach so, nochwas: das sind natürlich alles nur Verschwörungstheorien. Und wenn nicht, dann mit Sicherheit Zufälle. Also, weitermachen wie bisher.

Update 20.10.09 : passend dazu das neue GEAB N°38, welches es mal wieder in sich hat.



Weiterführende Verweise
zum besseren Verständnis, wer uns da regiert
goldseiten.de, zum Informieren
mmnews.de, zum Informieren
wirtschaftquerschuss.blogspot.com, zum Informieren
leap2020.eu, zum Informieren


Konsens?

Das die Krise ihre Talsohle durchschreitet und die Wirtschaft sich langsam erholt, halte ich für eine große Ente, die nur dazu dienen soll, uns bis zu den Wahlen ruhig zu stellen. Dazu ich habe heute in der FAZ einen Artikel gefunden, der sich mit den Ursachen der heutigen Finanzkrise auseinander setzt und einige sehr bemerkenswerte Sätze enthält:

…Nein, das Thema Aktienmarktblase in einem Ökonomiekurs anzusprechen ist ähnlich verrückt, wie in einem Astronomiekurs mit Astrologie anzufangen. Die anderen werden Sie erstaunt ansehen und denken: Wie ist die hier reingekommen!

Na und?

Dieser Gruppendruck wirkt. Menschen in Expertengruppen sorgen sich ständig um ihre persönliche Bedeutung und ihren Einfluss. Sie haben den Eindruck, wenn sie zu weit vom Konsens abrücken, werden sie in keine ernsthafte Position gelangen. Das gilt auch für Ökonomen.

Hervorhebungen von mir. Das erklärt auch, wie in Expertengruppen, die von Ja-Sagern dominiert werden, “wissenschaftlicher Konsens” hergestellt wird.