Das Verhältnis unserer sogenannten Demokratie zur objektiven Wahrheit, unsere garantierte Meinungsfreiheit und die Machenschaften unserer Systempresse werden in dem Artikel von Eckard Spoo, erschienen im Ossietzky, ein wenig ins Licht der Wirklichkeit gezerrt. Zitat:
Einige reaktionäre arabische Monarchien dürfen helfen, die Ausbeutungs- und Herrschaftsverhältnisse in Nahost zu festigen. Hohe Wertschätzung gilt vor allem Saudi-Arabien. Daß dort den (kleinen) Dieben die Hand abgehackt wird und Ehebrechern die Todesstrafe droht, darf schon mal erwähnt werden, aber bitte mit gebührendem Respekt vor unseren Geschäftspartnern. Dieses Terrorregime bewährte sich im vergangenen Jahr, als im benachbarten Bahrein soziale Proteste die Monarchie gefährdeten. Riad entsandte Truppen, die – gut ausgerüstet und ausgebildet – die demokratische Bewegung niederschlugen. Deutschland beliefert dieses Regime jetzt mit Hunderten Kampfpanzern. Und niemand hindert Saudi-Arabien daran, Atomkraftwerke zu bauen, derzeit sind 16 Kraftwerksblöcke geplant. Welche Zeitung, welcher Sender würden solche Tatsachen im Zusammenhang mit dem Aufbau der iranischen Atomindustrie erwähnen?
Die Informationsstelle Militarisierung e.V. verfasst Analysen zum Kriegstreiben der Pathokratie. In der IMI-Studie 2012/04 geht es um den Libyen-Krieg und die Interessen der NATO. Zitat:
Es gibt wenig eindrücklichere Beispiele für den scheinheiligen und instrumentellen Umgang, den die westlichen Staaten bei Menschenrechtsverletzungen an den Tag legen, wie die Aussagen Robert Coopers kurz nach Beginn der Bombardierung Libyens. Der enge Berater der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton gilt seit vielen Jahren als einer der einflussreichsten europäischen Sicherheitspolitiker (vgl. Foley 2007). Er wurde am 22. März 2011 im Auswärtigen Ausschuss des Europäischen Parlaments befragt, was er denn zu den Vorgängen in Bahrein sage, wo seit Wochen mithilfe des saudischen Militärs Proteste brutal niedergeschlagen und Menschenrechte ebenfalls massiv verletzt wurden. Erst am Tag zuvor waren bei Auseinandersetzungen 200 Menschen verletzt und 4 getötet worden. Cooper tat dies lapidar mit dem Kommentar ab, “Unfälle kommen vor”. Aufschlussreich ist seine Begründung: “Man muss verstehen, dass die Autoritäten das Recht hatten, Ruhe und Ordnung wieder herzustellen und das ist es, was sie getan haben.” (Rettman 2011)
Augenscheinlich entscheidet die Interessenlage, in welchem Land unter Verweis auf die Menschenrechte eingegriffen wird und in welchem nicht: „Weshalb – an diesem Beispiel verdeutlicht – mit zweierlei Maß gemessen wird, offenbart der ehemalige US-Botschafter in Deutschland John Kornblum. Auf die Frage von ‚Deutschlandradio Kultur‘: ‚Was ist denn der Unterschied zwischen einer Intervention in Libyen, um dort die Aufständischen zu unterstützen, und einer möglichen Intervention in Bahrain, in Jemen, in Syrien, möglicherweise sogar, wenn das schlimmer wird, auch in Saudi Arabien?‘ antwortete John Kornblum: ‚Das Problem ist (…), dass die Interessen des Westens anders sind – vor allem unsere Interessen in Saudi Arabien und in den Golfstaaten. Es gibt (…) bestimmt mindestens einen, Bahrain, der wirklich wichtig ist für die Vereinigten Staaten. (…) Da hat man die Prinzipien jetzt ein bisschen verletzt, indem man zumindest in die andere Richtung geschaut hat, als die Saudis militärisch eingegriffen haben, um eine demokratische Bewegung zu unterdrücken.‘ Diese Doppelmoral hat natürlich Gründe: In Bahrain befindet sich das Hauptquartier der Fünften Amerikanischen Flotte, der wichtigste Militärstützpunkt der USA im Nahen Osten. Die Mehrheit der Demonstranten sind Schiiten, die verdächtigt werden, die Sache des schiitischen Iran, des großen Gegners in der Region, zu vertreten. Gleichzeitig ist Saudi Arabien der engste Verbündete des Westens, der für 2011 Waffen im Wert von Milliarden Dollar beziehen wird.“ (Haid 2011a, S. 11) Offensichtlich wurden hier die Menschenrechte ganz unverhohlen auf dem Altar der Interessenspolitik verhökert: „Am Ende gab es einen Deal zwischen Außenministerin Clinton und dem Königshaus der Sauds: Wir haben nichts dagegen, wenn ihr in Bahrein einmarschiert; im Gegenzug besorgt ihr das Votum der Arabischen Liga dafür, dass wir Gaddafi aus Libyen hinauswerfen.“ (Crome 2011, S. 21)
Der Sender "Echo Moskaus" hat ein Interview mit Anchar Kochneva, Expertin für den Nahen Osten und seit über 17 Jahren in Syrien tätig, und Nikolai Sologubowski, Nahost-Experte und Schriftsteller, zu den Vorkommnissen in Syrien befragt. Puschkin vom "Gelben Forum" hat dankenswerter Weise einen Teil ins Deutsche übersetzt:
Frage an A.Kochneva: -"Wer sind die Entführer und wer wird entführt?"
A.Kochneva,-"Es sind Banditen. Banditen, die von Ausserhalb kommen, aber auch gewöhnliche Kriminelle aus dem Land. Es werden auch mannigfaltige Einrichtungen der Infrastruktur des Landes angegriffen. Dabei handelt es sich um Stromleitungen, Öl-Pipelines oder die Eisenbahnlinien. Man liest nur leider kaum etwas darüber."
Frage: -"Ich lese hier einen Bericht der Zeitung "El Af" - hier wird von Zusammenstößen in Choms berichtet, das sich zu einem Zentrum des Widerstandes gegen die Regierung entwickelt hat. Es gibt auch Opfer in Edlib und Damaskus. Am Mittwoch haben die Spezialeinheiten der syrischen Armee einen Aufstand in Choms niedergeschlagen. Dabei starben 50 Menschen. Lassen Sie uns dies untersuchen."
Ja genau. Das sind die, die wir bezahlen müssen, dass sie uns manipulieren können. Seit Monaten werden wir mit der Hetze gegen die syrische Regierung bombadiert. Wo bleibt eigentlich die ausgewogene Berichterstattung, die zu garantieren wir zum Zahlen verdonnert sind? Libyen ist in die Demokratie gebombt. Nun ist der nächste dran. Die Vorgehensweise ist die Gleiche, wie im Falle Libyens, des Iraks, des Kosovo, Serbiens ... Haben wir Syrien endlich "demokratisiert", d.h. überfallen und dem Erdboden gleichgemacht, dann ist der Iran dran. Den kriegen wir auch noch. Die Konferenz der Kriegsindustrie und -treiber ist vorbei. Man sei entsetzt über das Veto Russland und Chinas gegen die Syrien-Resolution der UNO. A pro po: die kommen auch noch dran. Behindern den Weltfrieden durch ihre Vetos. Da muss man doch was machen. Können wir uns doch nicht gefallen lassen. Klauen uns die ganzen Bodenschätze in Afrika weg. tssss...
Spätestens seit den Jugoslawien-Kriegen ist die UNO ist zum moralischen Legitimator der NATO-Kriege verkommen. Kleine retorische Frage am Rande: wer hat das Sagen in der NATO? Wie manipuliert wird, um die Bevölkerung der "westlichen Wertegemeinschaft" auf Kurs zu bringen, kann man z.B. hier nachlesen.
Wer sich zumindest auch über andere Sichtweisen (u.a. über Syrien und Libyen) informieren möchte, der schaue hier nach:
Hinter der Fichte
Voltaire-net
einartysken
Rick Rozoff
globalresearch.ca/de
syrianews.cc
von Thierry Meyssan:
→ 1. Gemäß der NATO und ihren Alliierten im Golf hätten Massendemonstrationen seit acht Monaten in Syrien stattgefunden, um mehr Freiheiten und den Rücktritt des Präsidenten Bachar el-Assad zu verlangen
Das ist falsch. Es gab tatsächlich in einigen Städten Aufmärsche gegen den Präsidenten Bachar el-Assad auf Abruf saudischer und ägyptischer Prediger, die sich über Al-Jazeera ausdrückten, aber sie haben im Ganzen, maximal, nur 100 000 Leute mobilisiert. Sie verlangten nicht mehr Freiheit, sondern die Errichtung eines islamitischen Regimes. Sie forderten den Abtritt von Präsident Bachar el-Assad, nicht auf Grund seiner Politik, sondern weil diese Protestler einer sektenartigen sunnitischen Religion angehören, dem Takfirismus, und klagen Bachar el-Assad an, ein Ketzer (er ist Alauit) zu sein, der die Macht in einem Muslim Land usurpiert. Laut ihrer Meinung kann das Land legitimer Weise nur von einem Sunniten ihrer theologischen Strömung geleitet werden.
Sirte demokratisiertDie "demokratische" Presse der "westlichen Wertegemeinschaft" jubelt über Gaddafis Tod. Die UNO fordert scheinheilig eine Untersuchung der Vorfälle um Gaddafis Tod. Einmal mehr hat sich gezeigt, in wessen Diensten dieser Verein steht. Der Vorsitzende des libyschen Übergangsrates, Mustafa Abdul Dschalil hat gleich nichts Besseres zu tun, als die Scharia für Libyen auszurufen und das Verbot der Vielweiberei aufzuheben. Das wir auch gleich wissen, woran wir sind. Da lohnt sich doch das In-die-Demokratie-Bomben unseres Vorwärtsverteidigungs-Bündnisses. Aber glaubt nicht, dass kommt jetzt überraschend, das mit der Scharia. Nachdem sich die Rebellen zum großen Teil aus islamistischen Söldnern zusammensetzen, war das eigentlich abzusehen und auch so geplant. Damit ist der kommende Bürgerkrieg sichergestellt, siehe Irak und Afghanistan.
Jetzt kommt das nächste afrikanische Land dran. Damit bald ganz Afrika "demokratisiert" ist. Das machen wir allerdings nur, wo es Rohstoffe gibt oder wo wir strategische Interessen haben. Unsere Industrie braucht doch Rohstoffe. Ist doch blöd, für was zu zahlen, wenn man doch vorwärtsverteidigen kann. Ich liebe unsere westliche Wertegemeinschaft.
(21. Oktober 2011)
Der Lynchmord an Muammar Gaddafi, des Führers eines souveränen Staates, durch die NATO-Verantwortlichen, zeigt ebenso sowie die von ihnen am libyschen Volk begangenen völkerrechtlichen Verbrechen und die durch sie organisierte moralische Lähmung der westlichen Öffentlichkeit mit den Mitteln einer totalitäre Lügenpropaganda, dass wir in einer Zeit des fortschreitenden Verfalls errungen geglaubter zivilisatorischer Maßstäbe leben.
Großbritannien, Frankreich, die USA und die NATO wollten angeblich die Zivilbevölkerung schützen – ihre Bomben haben Krankenhäuser, Schulen, ganze Städte in Schutt und Asche gelegt. Über 60.000 Menschen hat der ‘Schutz‘ schon das Leben gekostet.
Für alle, die Mitgefühl und einen Sinn für Gerechtigkeit bewahrt haben, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, unzweideutig Partei für das libysche Volk und gegen die Aggressoren zu ergreifen – auch nach der Ermordung Gaddafis. Genau dies versuchen die Kriegstreiber und Mainstream-Medien zu verhindern.
Die NATO-Aggression dient dem Roll back des ‚arabischen Frühlings‘, der erneuten Versklavung Nordafrikas und Verhinderung afrikanischer Unabhängigkeit, insbesondere einer von Weltbank und IWF unabhängigen Afrikanischen Entwicklungsbank mit der Gold-Lyra als Leitwährung, die Dollar und Euro vom Öl-Geschäft abgekoppelt hätte. Von Libyens Öl sollen die Multis einen höheren, die Bevölkerung einen niedrigeren Anteil enthalten, die Goldreserven von mindestens 150 Milliarden Euro sind in der Wirtschaftskrise willkommen und ihre 200 Milliarden Euro Schulden wollen EU und USA an Libyen auch nicht zurückzahlen. Weitere Kriege wie gegen den Iran sind in Vorbereitung – die Einkreisung Russlands und Chinas geht weiter.
Der Deutsche Freidenker-Verband appelliert an alle rechtlich denkenden Menschen: Leistet Widerstand gegen die Zerstörung von Vernunft und Zivilisation. Es geht heute mehr denn je darum, die Geltung des Rechts der Völker, die demokratischen Grundrechte, die Mindeststandards öffentlicher Berichterstattung und die moralischen Werte des menschlichen Fortschritts zu verteidigen. Die daraus folgenden aktuellen Forderungen können nur lauten: Die Wahrheit über diesen verbrecherischen Krieg verbreiten - Solidarität mit dem Lybischen Volk! Die NATO-Kriegsverbrecher zur Rechenschaft ziehen - Aus der NATO austreten! Der Gehirnwäsche widerstehen! Aufklärung aktiv unterstützen – Mitglied bei den Freidenkern werden!
Die ARD hat eine Liste der Abgeordneten veröffentlicht, die bei der Abstimmung zum EFSF nicht zugestimmt haben. Die Frage ist nur, warum? Es sollte auch der ARD nicht verborgen geblieben sein, dass die Mehrheit der Bevölkerung diesen "Rettungs"-Wahnsinn nicht mitträgt. Allein schon an der Überschrift lässt sich die Hähme erkennen, mit der hier Stimmung zu machen versucht wird...
Quelle ARD
Wer sich unvoreingenommen und ausgewogen über den Krieg gegen Libyen informieren möchte, hat es nicht leicht. Unsere Systempresse ist dafür sicher nicht der richtige Ort. Die verbreitet nur die Propaganda der NATO. Deshalb hier einige Links, die zumindest eine andere Sicht der Dinge zeigen. Die Schlüsse daraus muss jeder selbst für sich ziehen:
Dieser Artikel wird ständig ergänzt und bleibt bis auf weiteres an oberster Stelle.
Ich frage mich, warum? Bis vor sechs Tagen war Libyen, sein böser Diktator und die guten Rebellen rund um die Uhr in allen Kanälen der Desinformationsindustrie präsent. Und jetzt? Funkstille... Es scheint, als wäre Libyen nicht existent und keine NATO-Bomber würden libysche Städte bombardieren, nur zur Aufrechterhaltung der Flugverbotszone natürlich.
Nachdem herauskam, dass der aus dem Regierungslager übergelaufene Younis von seinen eigenen Leuten (sprich Rebellen) umgebracht wurde, scheint sich herauszukristallisieren, dass sich die sogenannten Rebellen selbst nicht über den Weg trauen. Wenn man sich die Hintergründe dieses Konflikts zu Gemüte führt, wundert das auch nicht:
Und warum das Ganze? Schauen wir bei Tlaxcala (Quelle: informationclearinghouse) nach. Zitat:
Zunächst einmal stand Gaddafi kurz davor, ein neues Bankensystem in Afrika zu schaffen, das den IWF, die Weltbank und gewisse andere westliche Bankster aus dem afrikanischen Markt gedrängt hätte. Das hieße: keine westlichen Kredite mehr mit Wucherzinsen, die afrikanische Wirtschaften lähmen, stattdessen würde eine afrikanische Investitionsbank mit einem Kapital von 42 Milliarden US-Dollar Großkredite mit sehr geringen oder sogar keinen Zinsen bereitstellen.
Libyen hat überall in Afrika wichtige Infrastrukturprojekte finanziert, die afrikanische Wirtschaftsräume miteinander verbinden sollen, damit die permanente Abhängigkeit von westlichen Ländern für Importe durchbrochen werden kann. Nur ein kleines Beispiel dafür ist die neue Straße, die Eritrea mit Sudan verbindet.
Was am Ende den Ausschlag für eine militärische Intervention des Westens gegeben zu haben schien, war die Meldung über Gaddafis Forderung, die US-Ölfirmen – seit langem wichtige Player in der libyschen Ölindustrie – hätten Libyen für die der libyschen Wirtschaft zugefügten Schäden infolge der „Lockerbie”-Sanktionen, die auf Druck der USA vom UN-unSicherheitsrat während der 1990-er bis Anfang der 2000-er Jahre verhängt wurden, eine Entschädigung in Milliardenhöhe zahlen müssen. Dies basiert auf ans Tageslicht gebrachten Beweisen, dass die CIA Millionen US-Dollar an Zeugen im Lockerbie-Prozess gezahlt hat, damit sie ihre Geschichten ändern, um Libyen mit dem Anschlag in Verbindung zu bringen, das bildete die Grundlage für die sehr schädlichen UN-Sanktionen gegen Libyen. Die US-Regierung log und schädigte Libyen, deshalb hätten US-Ölfirmen für die Handlungen ihrer Regierung bezahlen müssen. Es fällt nicht schwer zu verstehen, warum Gaddafi gehen musste.
Außerdem signalisierte Gaddafi klar, dass er sowohl Libyens als auch Afrikas zukünftige wirtschaftliche Entwicklung eher an China und Russland gebunden sah als an den Westen - es war also nur noch eine Frage der Zeit, bis der Eventualplan der CIA für den Umsturz der libyschen Regierung zur höchsten Priorität wurde.
Es ist so wie immer, wenn die westliche Demokratie zur Sicherung von Rohstoffen und Lieferwegen im Namen der Humanität ein Land in Grund und Boden bombt: zuerst wird eine Terrorarmee aufgebaut und finanziert unter tatkräftiger Unterstützung der westl. Geheimdienste. Die Terroristen werden Freiheitskämfer genannt, die sich nicht selten an den Einheimischen vergehen. Dann werden dem "Diktator" und seinen Gefolgsleuten Greuel an der Zivilbevölkerung zur Last gelegt, immer unter höchstem Einsatz unserer Desinformationsindustrie. Als Beweise dienen immer wieder nicht verifizierbare Quellen. Dann wird in der UNO zum Krieg geblasen und das Land dem Erdboden gleich gemacht. Wenn dann herauskommt, dass die Gründe der "Humanitären Intervention" erstunken und erlogen waren, ist es zu spät und ein dem Westen höriges Marionettenregime ist installiert.
Wer sich nicht desinformieren, sondern informieren will, kann das z.B. "hinter der Fichte" tun.
erschienen auf www.sopos.org
von Horst Schäfer
Mörder sind erfinderisch. Doch auch wenn sie ihre Bluttat als »gezieltes Töten« umschreiben: Es bleibt Mord. In diese Kategorie gehören auch die jüngsten völkerrechtswidrigen Aktivitäten der USA bei der »Entsorgung« oder »Liquidierung« oder »Beseitigung« unliebsamer Zeitgenossen durch Spezialkommandos (Osama bin Laden) oder die Mord-Versuche mit raketenbestückten Drohnen (Muammar al-Gaddafi). Dieses gezielte Morden in Ländern wie Irak, Afghanistan, Pakistan, Jemen oder jetzt Libyen wird oft damit erklärt oder sogar gerechtfertigt, daß die USA nach dem furchtbaren Anschlag auf die Türme des World Trade Center in New York am 11. September 2001 das Recht hätten, sich in »Selbstverteidigung« mit einem »Krieg gegen den Terror« zur Wehr zu setzen. Aber wie war es denn vor 2001?
Als sich der US-Kongreß 1975 mit den Plänen der US-Präsidenten Eisenhower, Kennedy, Johnson und Nixon (1953 bis 1974) befaßte, durch gezielte Tötungen unliebsame Politiker wie Lumumba (Kongo), Che Guevara und die Gebrüder Castro (Kuba) sowie General Schneider (Chile) oder lästig gewordene Verbündete wie Trujillo (Dominikanische Republik) und Diem (Südvietnam) aus dem Weg zu räumen, nannte man es noch Mord, und die Aufsehen erregenden Untersuchungsergebnisse des Kongresses wurden in einem »Mord-Report« veröffentlicht (s. das im Dezember 2001 unter diesem Titel erschienene Ossietzky-Sonderheft).
Auch gezielte Massenmorde – zumeist an Kommunisten oder solchen, die dazu erklärt und deren Namen auf Todeslisten festgehalten wurden – gehörten laut Kongreßuntersuchungen zum Repertoire von US-Regierungen, so in Indonesien 1965, in Vietnam während der »Operation Phoenix« in den 1960er Jahren sowie in lateinamerikanischen Staaten...
Yes, the 49'ers... (Quelle: whitehouse.gov via flickr)Den Kriegsdemokraten gehen so langsam die Ausreden aus. Was für ein gigantischer Fake hier abläuft, sollte selbst jenen aufgefallen sein, die sich nicht mit den Hintergründen zum 11.September beschäftigen.
An der Chronologie (lokale Kopie)der Artikel im Systemblatt Spekulantenblöd lässt sich schön nachvollziehen, wie schnell heutzutage Sinneswandel bei der Elite stattfinden. Erst hieß es, Obama freue sich, dass OBL tot sei. Unser Hosenanzug ließ sich zur selben Verlautbarung hinreißen. Dann kam Kritik von den Gutmenschen auf: Man darf sich nicht freuen; wenn ein Mensch ermordet wird. Erst war er bewaffnet., dann wieder nicht. Obama hat die Kommandoaktion live verfolgt, dann hat er der Tötung nicht beigewohnt. Erst das gefälschte Foto, dann gar kein Foto, weil die amerikanische Regierung verletzte Gefühle befürchte. Diese Nation befürchtet verletzte Gefühle? Wie lustig... Schauts Euch selber an. Wirklich amüsant. Und was von der UNO zu halten ist, kann man hier erkennen: Uno-Sicherheitsrat lobt Bin Ladens Tötung Junge, Junge: wir leben in interessanten Zeiten. Gut, dass wir jetzt einen eigenen Garten haben...
Um die Vorgänge in der arabischen Welt zu verstehen, sollte man sich folgenden Artikel zu Gemüte führen:
Der in Bangkok lebende Kolumnist Tony Cartalucci untersucht die Rolle, die Heckenschützen bei zunächst gewaltlosen Protesten spielen. (übersetzt von Wolfgang Jung, Luftpost Kaiserslautern). Zitat:
Wenn diese Forderungen vertraut klingen, liegt das daran, das sie genau den Forderungen entsprechen, die bei jeder einzelnen der von Globalisten finanzierten, angezettelten und angeleiteten bunten Revolutionen erhoben wurden und werden – von der orangefarbenen Revolution (in der Ukraine), über die Rosenrevolution (in Georgien) bis zu den gegenwärtig stattfindenden Revolutionen des "arabischen Frühlings". Die Forderungen an die thailändische Regierung (wurden von bezahlten Hintermännern gestellt, die im Auftrag des im Ausland lebenden ehemaligen Premierministers Thaksin Shinawatra handelten, und) sollten mit Hilfe rotbehemdeter Demonstranten durchgesetzt werden (die aus verarmten Land- und Stadtbewohnern rekrutiert wurden). Die thailändische Regierung wies die Forderungen zurück und stellte die Ordnung im Land wieder her.
Jetzt ist es also offiziell. In einer heldenhaften Nacht- und Nebelaktion haben die heldenhaften NEAVY-Seals den größten Bösewicht aller Zeiten zur Strecke gebracht. Jetzt kann ich endlich wieder ruhig schlafen. Puh...
Und wie es bei eingefleischten "Verschwörungstheoretikern" so ist, hinterlässt diese Aktion bei mir mehr Fragen als Antworten:
Fragen über Fragen. Ich habe den Eindruck, dass der sogenannten Elite so langsam die Fäden entgleiten... Die Systempresse zeigt mal wieder, was von ihr zu halten ist. Keiner dieser Lohnschreiberlinge stellt auch nur eine Frage nach Authentizität. Wie immer die Feststellung: wir leben in äußerst interessanten Zeiten.
Friedensbringer bei der Arbeit (Quelle: wikipedia)Wie müssen sich eigentlich die Länder vorkommen, die im Namen der Demokratie mit Bombenteppichen übersäht werden? Dass diese "Befreiung der Völker von ihren Despoten" mit Bombengewalt im Namen der Demokratie nur ein gigantisches Ablenkungs- und Betrugsmanöver ist, kann man ganz offiziell bei den üblichen Verdächtigen vom PNAC in ihrem Pamphlet "Rebuilding America's Defenses(dt. Wiederaufbau der amerikanischen Verteidigung)" nachlesen. Diese politische Studie, die 2000 veröffentlicht wurde, vertritt einen, Zitat: "Entwurf für den Erhalt der globalen US-Vormachtstellung, die das Aufkommen eines grossen Machtrivalen ausschliesst und die internationale Sicherheitsordnung auf der Grundlage amerikanischer Prinzipien und Interessen gestaltet. Die amerikanische Grossstrategie muss so weit wie möglich in die Zukunft hinein geplant werden." Außerdem sollten die USA "fortgeschrittene Industrienationen davon abbringen, unsere Führerschaft in Frage zu stellen oder nur auf eine grössere regionale oder globale Rolle zu spekulieren." Weiterhin wird darüber schwadroniert, dass man mehrere Kriege gleichzeitig führen und auch gewinnen müsse.
Dieser neuerliche Angriff auf ein souveränes Land läuft schon wieder unter dem Euphemismus "Koalition der Willigen". Heute verkündet Obama, dass die USA die Führung des Krieges an die nato abgibt. Ist doch nett, oder? Dabei dürfte aber bekannt sein, nach wessen Pfeife in der NATO getanzt wird.
Es sieht ganz danach aus, dass es das Ziel ist, den nahen und mittleren Osten umzukrempeln, um willfährige Marionetten zu installieren und damit sich die Erdöl-, Erdgas- und Uranreserven und sonstige Rohstoffe in diesem Gebiet unter den Nagel reißen zu können. Außerdem hat die USA nun endlich ein "Standbein" in Afrika. Vor ort kann man doch viel besser mit Demokratie drohen. Das Volk wird in Libyen wird sehen, was die Bringer der Demokratie so alles auf Lager haben. Den besten Anschauungsunterricht bieten Afghanistan und der Irak. Aber die uno hat den Angriff auf Libyen unter Genehmigung aller "notwendigen Mittel" ja legalisiert. Damit ist das ja ein guter und gerechter Krieg. Ich kann gar nicht soviel fressen, ...
Weiterführende Verweise
↑ www.netzwerk-regenbogen.de
↑ www.weltwirtschaft-und-entwicklung.de
↑ Hintergrundinformationen von W.F.Engdahl
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