
Falsch oder richtig?
Dialektik [dia'lɛktɪk]: Gegensatz von zwei Seiten, wobei die eine Seite nicht ohne die andere existieren kann, sie bedingen sch gegenseitig, sind existentiell voneinander abhängig und sind miteinander vermittelbar.
Dialektischer Gegensatz: wenn ein Element untergeht, geht alles unter.[1]
Dialektik in der Politik kann man grob umschreiben als die Spaltung der Gesellschaft in zwei verfeindete Gruppen zu gunsten eines Dritten, der sich daraus Vorteile verschafft. Die Mitglieder dieser Gesellschaft sollen dadurch von den wahren Problemen abgelenkt werden, die dieser Dritte verursacht oder zu verantworten hat. Im Sinne von “links” und “rechts” gibt es aber noch zwei Gruppen, die man dazu rechnen muss. Nämlich die “Mitte”, die glaubt, dass sie neutral ist und die, die aus der ganzen Debatte ihre Vorteile ziehen: dass das dumme Volk mit sich selbst beschäftigt ist. Die sogenannte Mitte, dass sind die, die George Orwell in seinem Roman die “Proles” nannte, die desinteressierte graue Masse. Wie praktisch… Wir lassen uns plus und minus, schwarz und weiß vorkauen und merken gar nicht, wie wir uns selbst zerfleischen, statt eine Einheit zu bilden gegen die Ausbeuter dieser Welt. Beispiele für die Spaltung unserer Gesellschaft gibt es genug:
- Jung gegen alt
- Gesunde gegen Kranke
- Männlich gegen Weiblich
- Arbeitende Bevölkerung gegen Rentner
- Links gegen Rechts
- Raucher gegen Nichtraucher
usw.
N.H.Marzahn beschreibt die angewandte Dialektik in der Gesellschaft folgendermaßen[2]:
…Die Gegenseite verfügt über großen Erfahrung mit der Dialektik, die für sie eine Art einheitliche Feldtheorie des Geistes wurde. Sie erkannte, daß man ein Feld schafft, wenn man zwei Pole einschaltet. Kontrolliert man beide Pole, so kontrolliert man auch das Feld und kann das Geschehen in diesem Feld bestimmen, ohne jedes einzelne Teilchen direkt kontrollieren zu müssen. Die Teilchen, die Menschen, reagieren ganz von selbst nach Maßgabe der Feldspannung. Es gehört zur Dialektik, das Gegenteil von dem zu propagieren, was eigentlich erreicht werden soll, sie ist also auch recht hinterlistig. Will man zum Beispiel eine Geistesströmung erzeugen, die sich gegen Etwas richtet, so erzeugt man gleichzeitig eine Geistesströmung, die sich für dieses Etwas einsetzt. Durch Kontrolle beider Pole ist dann einen Wechselwirkung möglich, die darin besteht, daß ein Pol den anderen Pol reizt, woraufhin dieser zurückreizt usw. Das erhöht die Spannung des jeweiligen geistigen Feldes und diese hohe Spannung zieht dann immer mehr Menschen hinein. Rede und Gegenrede, das ist auch hier das Prinzip. Es erweckt den Eindruck einer Auswahlmöglichkeit, die strategisch vorgeprägt ist, und in einem starken Feld entsteht sogar ein massenpsychologischer Auswahlzwang. Obwohl das gesamte Feld eine pure Erfindung ist, kann die Masse soweit gebracht werden, daß sie glaubt, daß es überhaupt nur dieses Feld und seine zwei Möglichkeiten geben würde. Das Feld läßt drei Auswahlmöglichkeiten zu: Pol A, Pol B oder dazwischen, was nicht beide heißt, sondern keinen davon. Die Formel lautet A oder B oder Weder-Noch. A und B wäre eine weitere Alternative, die jedoch vermieden werden muß, da sie zu einem Kurzschluß führen würde, der das Feld zusammenbrechen ließe. Das Feld arbeitet mehr mit Abstoßung, als mit Anziehung, es ist negierend. So ist A nicht unbedingt selbst anziehend und wird eher aus einer B-Verneinung, B-Abstoßung heraus anziehend. Ebenso nährt sich B von der A-Abstoßung. Weder-Noch lebt von der doppelten Abstoßung, weshalb die ganze Feldtheorie ausgesprochen nihilistisch ist. Sie lebt vom Nein, vom Anti.
Also, immer schön das Feld unter Spannung halten, sonst bricht es womöglich zusammen. Und das wollen wir doch nicht, oder?
Quellen:
[1] Projekt Offene Theorie
[2] Gedankenfrei


